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Ist das Vertrauen der Quarter Horse-Hengsthalter in die DQHA verloren
gegangen?
Die Einbezahlungen in andere Futurityprogramme wie der Wild
East Futurity kann als Indiz dafür gewertet werden, dass
grundsätzlich weiterhin eine valide Nachfrage nach einem
Zuchtförderprogramm für Quarter Horses besteht. Wieso
kann die DQHA Stallion Service Auction davon nicht im selben Maße
profitieren?
Im Vergleich zum Angebot
von Decksprüngen in anderen Programmen fällt die geringe
Anzahl an Hengsten bei der DQHA Stallion Service Auction besonders
auf; sie ist immerhin seit 1983 das älteste private Zuchtförderprogramm
für Quarter Horses mit zeitweise über 220 einbezahlten
Hengsten.
Auf Nachfrage werden als Gründe für die Zurückhaltung
der Quarter Horse-Hengsthalter vor allem Zweifel an der Sicherheit
der Finanzierung des DQHA-Programms genannt. Bei der außerordentlichen
Mitgliederversammlung im Dezember 2025 wurde offiziell bekannt
gegeben, dass die ehemals beträchtlichen Rücklagen von rd. 260.000
Euro auf nur noch 5.000 EUR abgeschmolzen worden waren (siehe
hier).
Bis heute wurde nicht geklärt, wofür diese Rücklagen
aufgezehrt worden sind, weshalb u.a. die Entlastungen der jeweiligen
DQHA-Vorstände seit dem Geschäftsjahr 2024 bis heute offiziell
ausgesetzt.worden sind (siehe
hier)..
Standortfrage: Obwohl sich viele DQHA-Züchte über eine
Rückkehr nach Aachen zum gewohnt späteren Termin im
Oktober gefreut hätten, wird die DQHA Futurity/ Maturity
2027 erneut im Rahmen der Quarter Horse-Europameisterschaft in
Kreuth im August durchgeführt. Dieser Umstand ist vor allem
der weiterhin angespannten wirtschaftlichen Lage der DQHA geschuldet..
Deutlich eingeschränkter empfinden die Hengsthalter auch
die Promotion ihrer Hengste im Rahmen der DQHA-SSA: Durch die
Umstellung der Zusendung des Verbandsmagazin "Quarter Horse
Journal" erhalten die DQHA-Mitglieder das Quarter Horse Journal
seit Juli 2027 grundsätzlich nur noch digital, womit die
Reichweite im Print deutlich rückläufig ist.
Das ist die DQHA Stallion Service Auction - Grundlage für
die Quarter Horse-Futurity und Maturity
Die DQHA Stallion Service Auction (SSA) ist das zentrale Zuchtförderprogramm
der Deutschen Quarter Horse Association und seit 1984 die Grundlage
für die DQHA Futurity/Maturity. Hengstbesitzer zahlen ihre Hengste
ein; die daraus resultierenden Decksprünge werden versteigert.
Stutenbesitzer können die Decksprünge vorab online ersteigern
sowie bei der Live-Auktion im Rahmen der Q-Show. Nicht verkaufte
Decksprünge können anschließend bis zum 30. April des Folgejahres
im Nachkaufverfahren erworben werden.
Nur Nachkommen von Hengsten, die im Jahr vor der Bedeckung in
die SSA eingezahlt wurden, sind – nach eigener Nominierung – startberechtigt
für die DQHA Futurity und Maturity. Die SSA soll die deutsche
und europäische American Quarter Horse-Zucht fördern und ermöglicht
den nominierten Pferden in den Vorjharen die Teilnahme an Wettbewerben
mit jährlich rund 150.000 Euro Preisgeld.
Kurz gesagt: Die SSA verbindet Hengstbesitzer, Stutenbesitzer
und Züchter, schafft Startberechtigungen für die DQHA Futurity/Maturity
und finanziert über die Auktionserlöse wesentliche Preisgelder
für die Nachwuchsförderung.
Die Einnahmen aus der Stallion Service Auction 2024 sanken
bereits auf 63.125 EUR (siehe
hier), auf der DQHA Futurity/ Maturity 2026 im Rahmen der
Quarter Horse-Europameisterschaft in Kreuth rd. 31.200 EUR Gesamtpreisgeld
ausbezahlt, das sich u.a. aus dem Erlös der SSA des Vorjahres
sowie den Startgeldern der jeweiligen Klassen zusammensetzte (siehe
hier)
Die DQHA Futurity hat ein Make-Over verdient
Fünf Hengstfohlen und dreizehn Stutfohlen gingen am 1. Oktober
1983 auf der "1. DQHA Fohlen Halter Futurity" im Rahmen der Dt.
Meisterschaft Westernreiten in der Aachener Soers an den Start.
43 Jahre später, am 8. Oktober 2025, ging kein (!) Absetzer mehr
an den Start zur Kür zum "beeindruckenden Champion of Champion"
(Pressetext
DQHA).
Das Konzept der DQHA
SSA, als Einstieg in die DQHA Futurity, ist seit 1984 relativ
simpel: Ein Hengstbesitzer zahlt seinen Hengst in das SSA-Programm
ein und erwirbt damit für dessen Nachkommen zehn Jahre lang die
Startberechtigung für die DQHA Futurity und Maturity, sowohl auf
der Hauptveranstaltung Q wie auch auf den Regiofuturitys.
Seit 2011 müssen die
Fohlen zusätzlich selbst nominiert, also in die Futurity einbezahlt
werden, um teilnehmen zu können. Ähnliche Programme haben die
NRHA Germany (Stallion Service Programm SSP) oder der PHCG (Select
Stallion Service Programm SSSP). Das eingezahlte Geld bzw. der
Erlös der versteigerten Decksprünge wird als Preisgeld an die
Nachkommen der SSA-Hengste ausgeschüttet, davon 10% an die Züchter.
Bislang wurden über 2 Millionen Euro ausgezahlt.

Eine Lösung: Mehr Promotion für die Hengste mit einem
tragfähigen Einzahlungsmodell kombinieren
Unbestritten ist, dass die DQHA Stallion Service Auction einer
Überarbeitung bedarf: Seit einigen Jahren sind die Hengstzahlen
deutlich rückläufig und liegen mit derzeit 13 Hengsten auf dem
niedrigsten Stand seit 1986.
Die wirtschaftliche
Stabilität ist sicherlich der wichtigste Faktor für
eine Wiederbelebung der DQHA Stallion Service Auction - verbunden
mit dem Willen, dieses einzigartige Asset der DQHA auch durch
den gesamten Vorstand sichtbar werden zu lassen.
Ein Grund für das abflachende Interesse an der DQHA-SSA ist
sicherlich auch die seit einigen Jahren quasi stillgelegte Promotion
für dieses Zucht-Förderprogramm: In 50 von 52 Wochen im Jahr
ist von der DQHA Stallion Service Auction nichts zu sehen, die
Vermarktung der teilnehmenden Hengste erfolgtdurch die DQHA -
wenn überhaupt - unterhalb der Wahrnehmungsschwelle.
Die vorsätzliche Ehrung eines Futurity Champions im Jahr
2021, der gar nicht Futurity-startberechtigt war (siehe
hier), oder die Durchführung einer regelwidrigen Futurity
in Wenden im Jahr 2023 (siehe
hier) erhöhen das Vertrauen in das SSA-Programm nicht
im Mindesten (siehe
hier), genauso wenig wie DQHA-Präsident Stephan Göb,
der die DQHA Stallion Service Auction & Futurity mehrfach
als „Bullshit“ bezeichnet haben soll (siehe
hier).
Genau hier liegt aber seit dem Jahr 2020 ungenutztes Potential,
das in früheren Jahren wie selbstverständlich gehoben
wurde, denn ein
anderer Lösungsansatz als die Erhöhung der Gebühren für Jungpferde
müsste sein, die eigentliche Einnahmequelle für die DQHA
Futurity wieder attraktiver zu gestalten: Die Stallion Service
Auction.
Wenn die Hengsthalter wieder mehr Leistungen für die Einzahlung
ihres Hengstes zurückbekommen, z.B. in Form von kostenloser Promotion,
kann die DQHA-SSA schnell wieder interessant werden.
- Wieso erhalten Hengsthalter nicht eine kostenlose Anzeige im
Verbandsmagazin für ihren Hengst,
- kontinuierlicher, über das gesamte Jahr verteilte Promotion
in den Social Media-Kanälen oder
- vergünstigten Services aus dem DQHA-Dienstleistungsangebot?
- Oder wissen Sie noch, was ein "DQHA SSA Platinum Hengst"
ist (Auflösung
hier) oder
- wieviel Geld ein DQHA All-Time Leading Sire oder All-Time Leading
Breeder bereits verdienen konnte mit der DQHA Futurity (Auflösung
hier)?
Zusätzlich kann eine verstärkte Promotion durch eine Veränderung
des Einzahlungsmodells nach dem Tragfähigkeitsprinzip kombiniert
werden nach dem Vorbild der NSBA:
Nicht mehr die Höhe der Decktaxe ist entscheidend für den Einzahlungsbetrag,
sondern die Anzahl der Stuten auf dem Deckbericht des Hengstes.
Für Hengste mit weniger Deckstuten kann man die Stallion Service
Auction durch einen geringeren Sockelbetrag wieder attraktiver
gestalten, Hengste mit mehr Stuten können höhere Einzahlungsbeträge
besser ausgleichen.
Zudem reagiert ein solches Modell flexibler als die Höhe
der Decktaxe auf das wirtschaftliche Umfeld: In "zuchtstarken"
Jahren mit mehr Deckstuten können höhere Einzahlungsgebühren besser
verkraftet werden, in schwächeren Jahren wie jetzt kommt man den
Hengsthaltern automatisch mehr entgegen.
Deshalb ist die DQHA Stallion Service Auction so wichtig: Zuchtförderung
ist nicht gleich Jungpferdeförderung
Offensichtlich ist es aber noch zu simpel, wenn DQHA-Vorstände
offensichtlich vergessen, dass der zentrale Unterschied zwischen
einem Zucht- und einem Sportverband die Zuchtförderung ist, während
Sportverbände vor allem das Ergebnis der Zucht im Fokus haben,
nämlich die (Jung-) Pferde.
Der Vergleich eines Zuchtförderprogramms wie der DQHA SSA und
Futurity z.B. mit einem Nachwuchsförderprogramm wie dem EWU-Jungpferdeprogramm
hinkt daher ein einigen Stellen:
1) Die DQHA Stallion Service Auction fördert die Zucht, die
DQHA Futurity im Anschluß daran die Nachwuchspferde
In der Stallion Service Auction kommen ausschließlich die Züchter,
also die Hengstbesitzer einerseits und Stutenbesitzer andererseits,
zusammen. Damit ist die SSA ganz konkret eine Initiative zur Förderung
der Zucht, nicht der Jungpferde. Ein Jungpferdeprogramm wie die
EWU hat die DQHA bereits seit 1983 – sie heisst Futurity/ Maturity.
2) Das EWU-Jungpferdeprogramm belohnt die Nominierenden
Nun mag man über die Preisgeldsummen diskutieren, wenn man
heutzutage die DQHA Futurity mit dem EWU Jungpferdeprogramm vergleicht,
aber ein zentraler Unterschied bleibt: Während 10% der Preisgeldern
der DQHA Futurity fest an die Züchter der teilnehmenden Quarter
Horses ausgeschüttet werden, verteilt das EWU-Jungpferdeprogramm
das Preisgeld an die Nominierenden der Jungpferde - das müssen
nicht zwangsläufig die Züchter der Pferde sein (siehe
hier).
3) Ein Wegfall der SSA wird die Teilnahme an der Futurity
deutlich teurer machen
Die grösste Quelle für die Preisgelder der Futuritys sind die
Einnahmen aus der Stallion Service Auction. Wer die SSA also streichen
will, muss gleichzeitig die Nominierungsgebühren für die Pferde
massiv anheben und damit die Teilnahme der Jungpferde an der Futurity
und den Regiofuturitys.
Müssen Züchter dann wohlmöglich für Fohlen keine 25 EUR mehr,
sondern 200 EUR oder mehr Nominierungsgebühren zahlen?
4) Ohne die Stallion Service Auction wird die DQHA ein Sportverband
wie jeder andere auch
Die DQHA ist der älteste deutsche Zuchtverband für Quarter Horses,
bei dem die Züchter das letzte Wort haben. Ob es also der Wunsch
der Hengsthalter ist, in Zukunft auf die Möglichkeiten einer SSA
zu verzichten, und ob die Züchter bereit sind, in Zukunft deutlich
höhere Einzahlungsgebühren für ihre Jungpferde zu zahlen, kann
und wird nur eine Mitgliederversammlung entscheiden.
Wie
2025:
DQHA-Zuchtförderung: Nur noch 32 Hengste werden heute bei der
SSA-Versteigerung angeboten
2025:
Für Quarter Horse-Züchter soll´s teurer werden: Beschließen die
DQHA-Mitglieder nach 40 Jahren das Ende der Stallion Service Auction?
2024:
Auch die DQHA Reining Futurity 2024 in Kreuth findet irregulär
statt
2024:
Auch die DQHA Reining Maturity 2024 in Bitz findet irregulär statt
2023:
DQHA Cowhorse- und Reining-Futurity in Wenden wurde regelwidrig
durchgeführt
2022:
DQHA lässt Mitglieder über regelwidrige DQHA Q22 Futurity in Aachen
abstimmen
2021:
Nicht einbezahlt, nicht nominiert - wie man trotzdem ein Futurity
Champion 2021 wird
Bildnachweise: horsemotion, Lux, Weyand
Fragen? Die 20 wittelsbuerger.com-Experten helfen
gerne weiter,
z.B. Pat Faitz, Sylvia Katschker und Sylvia Jäckle für den
Bereich AQHA.
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